Cremiges Risotto – Der Unterschätzte Klassiker
Alles was du wissen müsst um wie ein Küchenprofi ein Risotto zu machen.
Cedric
12/2/20255 min lesen
🥄 Einführung in die Welt des Risottos
Risotto ist so etwas wie die italienische Antwort auf Comfort Food: warm, cremig, leicht schlotzig und voller Aroma. Seinen Ursprung hat Risotto im Norden Italiens, besonders in der Lombardei. Dort wird seit Jahrhunderten spezieller Rundkornreis angebaut – zum Beispiel Arborio, Carnaroli oder Vialone Nano. Diese Sorten sind perfekt geeignet, weil sie viel Flüssigkeit aufnehmen und dabei schön cremig werden, ohne komplett zu zerfallen.
In Italien ist Risotto mehr als nur ein Gericht – es ist ein Stück Esskultur und Gastfreundschaft. Man serviert es zu Familienfeiern, an Festtagen oder einfach, wenn man sich etwas Besonderes gönnen möchte. Durch saisonale Zutaten wie Spargel, Pilze, Meeresfrüchte oder Kürbis lässt sich Risotto das ganze Jahr über neu erfinden.
Heute ist Risotto weltweit beliebt – in gehobenen Restaurants genauso wie in Hobbyküchen. Und das Schöne: Wenn du die Grundlagen kennst, ist Risotto gar nicht kompliziert. Es braucht ein bisschen Aufmerksamkeit, aber keine Profi-Kochschule.
Damit dein Risotto gelingt, ist die Wahl des Reises entscheidend:
Arborio – der Klassiker, mit großen Körnern und viel Stärke, ideal für cremige, „schlotzige“ Risotti.
Carnaroli – von vielen Profis geliebt, da die Körner etwas fester bleiben und nicht so leicht übergaren.
Vialone Nano – kleinere Körner, kürzere Garzeit, sehr cremig und ideal für viele traditionelle Risotto-Gerichte.
Normale Langkornsorten wie Basmati oder Jasmin sind kein guter Ersatz – sie enthalten weniger der Stärkearten, die Risotto cremig machen.
🍚 Die Basis: Der richtige Reis für Risotto
Die Brühe ist beim Risotto fast so wichtig wie der Reis. Sie liefert das Aroma, das sich langsam in die Körner schleicht.
Welche Brühe passt zu welchem Risotto?
Gemüsebrühe – ideal für vegetarische oder leichtere Risotti (z. B. Spargel, Zucchini, Erbsen).
Hühnerbrühe – gibt Tiefe und Wärme, super zu Pilzen oder Geflügel.
Rinderbrühe – kräftig und vollmundig, gut zu intensiven Varianten mit Rotwein, Rind oder kräftigem Käse.
Du kannst Brühe selbst kochen (Gemüse, Knochen, Kräuter, mehrere Stunden köcheln lassen) oder eine hochwertige Bio-Brühe nutzen. Wichtig: möglichst ohne künstliche Aromen und mit wenig Zusatzstoffen.


Die Brühe: Herzstück jedes guten Risotto
Die Zubereitung von Risotto wirkt komplizierter, als sie ist. Im Kern läufst du immer wieder durch dieselben Schritte:
1. Ansatz
Zwiebeln (und ggf. Knoblauch) in etwas Olivenöl oder Butter sanft anschwitzen.
Reis dazugeben und 2–3 Minuten glasig rühren. So werden die Körner leicht angeröstet und nehmen später besser Flüssigkeit auf.
2. Ablöschen
Ein Schuss Weißwein (oder bei kräftigen Varianten Rotwein) kommt dazu.
Kurz einkochen lassen, bis fast alles verdampft ist – das gibt Säure und Aroma.
3. Brühe nach und nach zugeben
Jetzt kommt der berühmte Risotto-Moment:
Heiße Brühe kellenweise hinzufügen.
Immer nur so viel, dass der Reis knapp bedeckt ist.
Rühren, rühren, rühren, bis die Flüssigkeit weitgehend aufgenommen ist. Dann erst wieder Brühe nachgießen.
Beim Rühren löst sich Stärke aus den Körnern und sorgt für die typische Cremigkeit.
Fun Fact: Es gibt auch moderne Ansätze, bei denen das Risotto mit der ganzen Flüssigkeit gegart und kaum gerührt wird. Viele klassische Rezepte setzen aber weiterhin auf das schrittweise Zugeben der Brühe und regelmäßiges Rühren.
4. Mantecatura – der Feinschliff
Ganz zum Schluss kommt der italienische Geheimtrick:
Herd ausschalten.
Ein Stück Butter und frisch geriebener Parmesan unterrühren.
1–2 Minuten ruhen lassen – fertig ist dein cremiges Risotto.
🔥 Die Technik: Rühren, köcheln, verfeinern
🎯 Die perfekte Konsistenz: Al dente vs. schlotzig
Bei Risotto gibt es zwei Lager:
Die einen lieben es al dente – also mit leicht festem Kern.
Die anderen stehen auf extra cremig und schlotzig.
So testest du die Konsistenz
Ein Korn probieren:
Spürst du in der Mitte noch einen festen Punkt → al dente.
Ist das Korn weich, aber nicht matschig → perfekt cremig.
Die Masse im Teller sollte fließen, aber nicht suppig sein. In Italien sagt man dazu gern „all’onda“ – „wie eine Welle“.
Letztlich ist es Geschmackssache – mach dein Risotto so, wie du es am liebsten isst.
🌱 Variationen & kreative Rezeptideen
Risotto ist eine Leinwand – du entscheidest, welche Aromen du darauf malst.
Pilzrisotto
Mit frischen Champignons, Steinpilzen oder Pfifferlingen.
Pilze separat in Butter anbraten und erst gegen Ende unterheben.
Perfekt mit Parmesan und etwas Thymian.
Meeresfrüchte-Risotto
Garnelen, Muscheln oder Tintenfisch separat kurz anbraten.
Mit Fischfond statt Gemüsebrühe arbeiten.
Ideal mit etwas Zitronenabrieb und frischer Petersilie.
Gemüse-Risotto (vegetarisch)
Spargel, Zucchini, Erbsen, Kürbis oder Rote Bete – je nach Saison.
Gemüse teils mitkochen, teils extra anbraten und obenauf geben, für mehr Struktur und Biss.
Käse-Varianten
Klassiker: Parmesan.
Deftig: Gorgonzola oder anderer Blauschimmelkäse für ein intensives Aroma.
Durch das Zusammenspiel von Reis, Brühe, Käse und Toppings kannst du unendlich viele Risotto-Versionen entwickeln.


👨🍳 Risotto für Gruppen & Catering
Risotto für mehrere Personen oder sogar für ein Catering-Event zu kochen, braucht einen guten Plan – aber es ist machbar.
Tipps:
In Chargen vorkochen:
Risotto nur bis knapp vor al dente garen, dann vom Herd nehmen und flach auf ein Blech geben. So stoppt der Garprozess.
Kurz vor dem Servieren mit heißer Brühe und etwas Butter fertigkochen.
In breiten, flachen Schalen oder tiefen Tellern servieren, damit es die cremige Konsistenz behält.
Garnierungen wie frische Kräuter, Zitronenzeste oder etwas extra Parmesan direkt beim Anrichten dazugeben.


❓ FAQ rund um Risotto
1. Soll man Risottoreis waschen?
Nein. Anders als bei normalem Reis willst du beim Risotto die Stärke im Reis behalten – sie sorgt für die Cremigkeit.
2. Wie lange braucht Risotto, bis es fertig ist?
Je nach Sorte ca. 16–20 Minuten ab dem Moment, in dem du die Brühe zugibst. Am besten immer wieder probieren.
3. Welche Wein-Sorte ist am besten?
Ein trockener Weißwein (z. B. Pinot Grigio oder ein unkomplizierter Weißburgunder). Der Wein sollte dir auch pur schmecken.
4. Kann ich Risotto aufwärmen?
Ja, aber es wird oft etwas fester. Mit einem Schluck Brühe oder Wasser und etwas zusätzlicher Butter kannst du es in der Pfanne wieder cremig rühren.
5. Ist Risotto glutenfrei?
Ja – Reis ist von Natur aus glutenfrei. Achte nur darauf, dass Brühe und weitere Zutaten ebenfalls glutenfrei sind.
6. Kann man Risotto auch vegan kochen?
Auf jeden Fall. Nimm Gemüsebrühe, pflanzliche Margarine oder Olivenöl und statt Parmesan z. B. Hefeflocken oder einen pflanzlichen Reibekäse.
✅ Fazit: Risotto – einfach, vielseitig, beeindruckend
Risotto ist kein Hexenwerk, sondern ein Gericht, das mit einfachen Zutaten und etwas Aufmerksamkeit zu einem echten Highlight wird. Die richtige Reissorte, eine aromatische Brühe, geduldiges Rühren und ein guter Feinschliff mit Butter und Käse – mehr braucht es oft nicht.
Ob du ein schlichtes Risotto bianco, ein kräftiges Pilzrisotto oder eine kreative Gemüsevariante kochst: Mit den Grundlagen aus diesem Beitrag kannst du selbstbewusst experimentieren und dein ganz eigenes Lieblings-Risotto entwickeln.


